{"id":260,"date":"2019-05-31T11:46:20","date_gmt":"2019-05-31T11:46:20","guid":{"rendered":"http:\/\/groihofer.at\/meinblog\/?p=260"},"modified":"2019-09-29T08:23:15","modified_gmt":"2019-09-29T08:23:15","slug":"hoechste-baukultur-gepaart-mit-designkultur-und-industriegeschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/groihofer.at\/meinblog\/2019\/05\/31\/hoechste-baukultur-gepaart-mit-designkultur-und-industriegeschichte\/","title":{"rendered":"H\u00f6chste Baukultur gepaart mit Designkultur und Industriegeschichte"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Die zwei Architekturb\u00fcros Hofbauer, Liebmann, Wimmesberger und X Architekten entwickelten gemeinsam die 8.300 Quadratmeter gro\u00dfe KTM Motohall samt Veranstaltungssaal, Schauwerkstatt, Stadthaus und Tiefgarage f\u00fcr den erfolgreichen Innviertler Motorradhersteller KTM. Am 11. Mai wurde feierlich er\u00f6ffnet.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Wussten Sie, dass die jedermann bekannte Marke KTM die Abk\u00fcrzung f\u00fcr \u201eKronreif, Trunkenpolz, Mattighofen\u201c steht? 1934 gr\u00fcndete Hans Trunkenpolz im ober\u00f6sterreichischen Mattig\u00adhofen eine Schlosserei und drei Jahre sp\u00e4ter den Handel mit DKW-Motorr\u00e4dern. Bald war man eine der bedeutendsten Auto- und Motorradwerkst\u00e4tten in Ober\u00f6sterreich.<\/p>\n<h2>\u00d6sterreichische Industrie- und Wirtschaftsgeschichte<\/h2>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-258 alignleft\" alt=\"2019_ktm_garage_9724_0\" src=\"http:\/\/groihofer.at\/meinblog\/files\/2019\/08\/2019_ktm_garage_9724_0.jpg\" width=\"378\" height=\"252\" srcset=\"https:\/\/groihofer.at\/meinblog\/files\/2019\/08\/2019_ktm_garage_9724_0.jpg 675w, https:\/\/groihofer.at\/meinblog\/files\/2019\/08\/2019_ktm_garage_9724_0-300x200.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 378px) 100vw, 378px\" \/><\/p>\n<p>https:\/\/www.bauforum.at\/architektur-bauforum\/hoechste-baukultur-gepaart-mit-designkultur-und-industriegeschichte-182359<br \/>\nIm Jahr 1951 beginnt das Unternehmen mit der Entwicklung eines eigenen Motorrads, zwei Jahre sp\u00e4ter geht die KTM R 100 in Serie, und die Firma steigt umgehend und erfolgreich in den Rennsport ein. Ihre Fahrer heimsen WM-Titel ein und werden zu Legenden wie Heinz Kinigadner und Trampas Parker. Doch 1991 muss die KTM Motorfahrzeugbau AG Konkurs anmelden, wird vom damals 35-j\u00e4hrigen Stefan Pierer, Absolvent der Montanuniversit\u00e4t Leoben, aufgekauft und startet ein Jahr sp\u00e4ter als neu formierte KTM Motorradsparte unter dem Namen KTM Sportmotorcycle GmbH abermals durch. 1999 bezieht das Unternehmen sein neues Werk in Mattighofen. Ab nun dominieren die Ober\u00f6sterreicher die Rallye Paris Dakar mit dem heute weltbekannten Slogan \u201eReady to Race\u201c. KTM-CEO Stefan Pierer wollte sich jetzt bei den Mattig\u00adhofenern bedanken und stellte ein Budget von bisher rund 35 Millionen Euro f\u00fcr den Bau der neuen Erlebniswelt zur Verf\u00fcgung, \u201edie zu einem Zentrum f\u00fcr alle Motorradfreaks werden, jedoch auch die Firmengeschichte aufarbeiten, archivieren und dokumentieren soll\u201c, wie Ausstellungs\u00addirektorin Kristina Kuttruf betont.<!--more--><\/p>\n<h2>Lage<\/h2>\n<p>Das Projekt ist ein Gewinn f\u00fcr die 6.500 Einwohner z\u00e4hlende Kleinstadt Mattighofen im ober\u00f6sterreichischen Innviertel. Auf dem zentral gelegenen Grundst\u00fcck, an der das Zentrum durchschneidenden Bundesstra\u00dfe 147 stand fr\u00fcher, sehr ungl\u00fccklich und die Stadteinfahrt beengend, ein Haus. Grund und Haus wurde angekauft, das Haus abgerissen und der nun geschaffene zentrale Platz vor dem Museum zu einem \u00f6ffentlichen Raum gemacht, er erweitert nun den Stadtplatz von Mattighofen. Zus\u00e4tzlich zum eigentlichen Museum wurde in 20\u00a0Meter Entfernung ein Stadthaus errichtet, das ein gro\u00dfz\u00fcgiges Restaurant, die \u201eGarage\u201c, beherbergt und das mit einem Gastgarten den Platz beleben soll. Unter dem Platz wurde eine Tiefgarage f\u00fcr 130 Fahrzeuge und unweit davon ein weiterer Parkplatz f\u00fcr Motorr\u00e4der gebaut. \u201eGanz bewusst\u201c, so Architekt Max Nirnberger, \u201ef\u00fcgt sich das elliptische Museumsgeb\u00e4ude in die Stadtstruktur, vorne \u00f6ffnet es sich zum urbanen Raum und r\u00fcckw\u00e4rts zu den Feldern. Jede hermetische Abgeschlossenheit wollten wir vermeiden. Selbst wenn die Motohall geschlossen ist, l\u00e4dt sie dazu ein, sie auf der sie au\u00dfen spiralf\u00f6rmig umwickelnden Rampe zu umgehen und die Aussicht auf die dahinter liegenden Felder zu betrachten\u201c.<\/p>\n<h2>Die Idee<\/h2>\n<p>Das Thema Dynamik, das die 84 x 37 Meter gro\u00dfe Ellipse au\u00dfen widerspiegelt, setzt sich im Inneren fort. Die Grundidee fu\u00dft auf dem Versuch, die hinter der Marke stehenden motorspezifischen Themen Dynamik, Rennstrecke, Geschwindigkeit, Motocross und Bewegung in ein offenes Raumkonzept umzusetzen. Ein Ausstellungsparcours f\u00fchrt vom Eingangsbereich mit Kassa und der Snackbar \u201ePit Box\u201c mittels einer gebauten Steilkurve, best\u00fcckt mit 70 Street- und Offroadbikes, die drei Ausstellungsebenen hoch, die jeweils um vier Grad geneigt sind. Das Ausstellungskonzept stammt \u00fcbrigens von den Szenografie-Experten \u201eAtelier Br\u00fcckner\u201c aus Stuttgart, die auch das BMW Museum in M\u00fcnchen und das \u00e4gyptische Museum in Kairo gestaltet haben. Der Besucher braucht zum Durchwandern keine Lifte und Stiegen. Barrierefreiheit war KTM ein wichtiges Thema. Man besch\u00e4ftigt viele Mitarbeiter, die aufgrund von Motorradunf\u00e4llen Einschr\u00e4nkungen haben. Der Ausstellungsrundgang durch das ineinander verwobene Kontinuum von gekippten Ebenen, Luftr\u00e4umen und Serviceeinheiten m\u00fcndet auf der obersten Ebene in einen gro\u00dfen multimedialen Ausstellungsraum, mittlerweile als Show mit einer 360-Grad-Video-Installation und den lebensgro\u00dfen Modellen der 28 Motorrad-Champions gestaltet.<\/p>\n<p>Erg\u00e4nzt werden die 2.700 Quadratmeter Ausstellungsfl\u00e4che durch B\u00fcros, Seminarr\u00e4ume, eine Schauwerkstatt mit 230 Quadratmetern, ein Innovationslab mit 320 Quadratmetern, in dem Kinder ab sechs Jahren neue Technologien, wie Virtual Reality, 3D-Drucker und Laser, erproben d\u00fcrfen (ein Konzept in Kooperation mit der Ars Electronica) sowie einen 405 Quadratmeter gro\u00dfen multifunktionalen Veranstaltungssaal f\u00fcr 400 Personen, der technisch mit den h\u00f6chsten Standards und akustischen Bedingungen ausgestattet ist. Er soll auch vermietet und von \u00f6rtlichen Vereinen genutzt werden k\u00f6nnen. Und er ist durch eine Schiebewand teilbar und verf\u00fcgt nebst Sound- und Lichtanlage \u00fcber eine Hebeb\u00fchne und verschiedene Sitz- und B\u00fchnenkonstruktionen.<\/p>\n<h2>Materialien und Konstruktion<\/h2>\n<p>Die tragenden Strukturen, wie Au\u00dfenw\u00e4nde, Decken und Fu\u00dfb\u00f6den, sind aus hochwertigem Stahl- und Sichtbeton. Beton und Metall als Materialien schienen den Architekten zum Thema Motocross, Stra\u00dfen, Felsen, Steinen passend. Die Fu\u00dfb\u00f6den sind aus in Terrazzo-Optik geschliffenem und versiegeltem Beton. In den Beton eingelassen befinden sich auch Flachkan\u00e4le f\u00fcr die L\u00fcftungsleitungen. Die das Auge dominierende Au\u00dfenhaut, die in einigem Abstand aufgeh\u00e4ngte Metall-Umwickelung, besteht aus eloxierten Aluminiumplatten mit gelaserter, eingefr\u00e4ster Struktur. Die leichtf\u00fc\u00dfige Stahlbau-Konstruktion wurde mit Peter Resch vom Werkraum Wien entwickelt. Diese spiegelt und abstrahiert den Abdruck, den ein Stollenreifen auf dem Boden hinterl\u00e4sst, wider. Ausgeklappte Perforationen im Metall erzeugen zus\u00e4tzlich Dreidimensionalit\u00e4t. Und gleichzeitig wird das Thema Dynamik und Bewegung fortgef\u00fchrt, indem sich das Spiel von Licht und Schatten auf der dahinterliegenden Wand quasi als wandernde Lichtprojektion in stetiger Bewegung befindet. F\u00fcr den Besucher bewegt sich optisch die Fassade und schafft wechselnde Perspektiven.<\/p>\n<p>Zwischen den verkippten Ebenen befinden sich offene durchblickbare Luftr\u00e4ume und dazwischen eingepasst sind die vertikalen Tragstrukturen, Kerne, die ebenso mit den strukturierten Metallplatten und mit Schallschutzpaneelen f\u00fcr die verbesserte Akustik verkleidet sind. Innerhalb der Kerne sind die Infrastrukturen versteckt. Die Ebenen sind auf diesen Kernen, den Pylonen, aufgespannt. Lediglich in der mittleren Ebene gibt es eine abgeh\u00e4ngte Stahlbetonstruktur, eigentlich ein riesiges Betonfachwerk mit einem Quertr\u00e4ger am Dach, an dem diese mittlere Ebene aufgrund der \u00fcbergro\u00dfen Spannweite h\u00e4ngt.<\/p>\n<h2>Klima, L\u00fcftung<\/h2>\n<p>Die Planer versuchten mit energiesparender Haus\u00adtechnik auszukommen. So wird der Beton als Speichermasse mittels thermischer Bauteilaktivierung genutzt. Erg\u00e4nzt wird an der Glasfassade mit Bodenkonvektoren und Fu\u00dfbodenheizung. Zur K\u00fchlung und aus \u00f6kologischen Gr\u00fcnden wird das Grundwasser mittels W\u00e4rmetauscher genutzt. Das gesamte Geb\u00e4ude ist wegen der gro\u00dfen Brandabschnitte durchgehend mit einer Sprinkleranlage versehen. Die Sprinkler sind kaum sichtbar in die Betonteile eingegossen.<\/p>\n<h2>Betrieb und Nutzung<\/h2>\n<p>Wie Direktorin Kristina Kutruff betont, will man mit dem Projekt, das bewusst nicht Museum, sondern KTM Motohall genannt wird, die Marke KTM f\u00fcr einen erweiterten Besucherkreis erlebbar machen. Das 3\/3 Konzept sieht gleichwertig neben dem musealen Aspekt, die Aufarbeitung und Archivierung der Firmengeschichte, die Entwicklung der Marke sowie die Innovation und Dynamik der Technik. Die permanente Ausstellung m\u00f6chte man in Zukunft durch Wechselausstellungen erg\u00e4nzen. Man hofft im ersten Jahr auf 60.000 Besucher und die Stadt auf eine Belebung des Fremdenverkehrs sowie die Schaffung neuer Arbeitspl\u00e4tze.<br \/>\n<strong><a href=\"https:\/\/www.ktm-motohall.com\/\" target=\"_blank\">www.ktm-motohall.com(link is external)<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die zwei Architekturb\u00fcros Hofbauer, Liebmann, Wimmesberger und X Architekten entwickelten gemeinsam die 8.300 Quadratmeter gro\u00dfe KTM Motohall samt Veranstaltungssaal, Schauwerkstatt, Stadthaus und Tiefgarage f\u00fcr den erfolgreichen Innviertler Motorradhersteller KTM. Am 11. Mai wurde feierlich er\u00f6ffnet. Wussten Sie, dass die jedermann bekannte Marke KTM die Abk\u00fcrzung f\u00fcr \u201eKronreif, Trunkenpolz, Mattighofen\u201c steht? 1934 gr\u00fcndete Hans Trunkenpolz im [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/groihofer.at\/meinblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/260"}],"collection":[{"href":"https:\/\/groihofer.at\/meinblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/groihofer.at\/meinblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/groihofer.at\/meinblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/groihofer.at\/meinblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=260"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/groihofer.at\/meinblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/260\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":291,"href":"https:\/\/groihofer.at\/meinblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/260\/revisions\/291"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/groihofer.at\/meinblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=260"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/groihofer.at\/meinblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=260"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/groihofer.at\/meinblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=260"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}