{"id":274,"date":"2018-08-16T12:08:15","date_gmt":"2018-08-16T12:08:15","guid":{"rendered":"http:\/\/groihofer.at\/meinblog\/?p=274"},"modified":"2019-08-12T12:10:40","modified_gmt":"2019-08-12T12:10:40","slug":"hoch-ueber-wien-schwebend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/groihofer.at\/meinblog\/2018\/08\/16\/hoch-ueber-wien-schwebend\/","title":{"rendered":"Hoch \u00fcber Wien schwebend"},"content":{"rendered":"<p>URBANES WOHNEN DER LUXUSKLASSE &#8211; Erstmals entsteht in Wien ein Projekt des italienischen Architekten Renzo Piano. Die 346 Parkapartments beginnen quasi erst im 4. Stockwerk. Auf Pylonen gestelzt erm\u00f6glichen sie urbanes Wohnen der Luxusklasse mit Fernblicken in alle Himmelsrichtungen. Das weithin sichtbare Landmark wird im Fr\u00fchjahr 2019 er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-275\" alt=\"pab_perspektive_hotelplaza_160218_0\" src=\"http:\/\/groihofer.at\/meinblog\/files\/2019\/08\/pab_perspektive_hotelplaza_160218_0.jpg\" width=\"630\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/groihofer.at\/meinblog\/files\/2019\/08\/pab_perspektive_hotelplaza_160218_0.jpg 630w, https:\/\/groihofer.at\/meinblog\/files\/2019\/08\/pab_perspektive_hotelplaza_160218_0-300x214.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 630px) 100vw, 630px\" \/><!--more--><\/p>\n<p>Am Rande des Sonnwendviertels, dem oberen Rand des Wiener Beckens, von dem aus der Blick \u00fcber den Erste-Campus, das Obere und Untere Belvedere, weiter \u00fcber das Zentrum Wiens und wieder hinauf \u00fcber den Wienerwald, den Kahlenberg und Leopoldsberg wandert, liegen Wiens neue exklusive Apartmenth\u00e4user, entworfen von keinem geringeren als Renzo Piano, der hier, erstmals in \u00d6sterreich, ein Projekt in enger Zusammenarbeit mit NMPB realisiert. Die zentrale Lage bietet Fernblicke in alle Himmelsrichtungen in Nachbarschaft zu urbanen Strukturen h\u00f6chst unterschiedlicher Architektursprache. Hier findet sich ein Mix an neuen dichten st\u00e4dtischen Wohn- und B\u00fcrobauten, der neue Hauptbahnhof, historisch denkmalgesch\u00fctzter Bestand, wie das Belvedere, das Belvedere21 mit dem Schweizergarten und das Arsenal. Stadtausw\u00e4rts wandert der Blick weit in die Ebene der Wiener Neust\u00e4dter Senke bis hin zum Schneeberg. Dieser Platz erfordert Reaktion und Kommunikation und eine starke und au\u00dfergew\u00f6hnliche Identit\u00e4t.<br \/>\nDas 10.591 Quadratmeter gro\u00dfe Grundst\u00fcck entstand durch die Zusammenf\u00fchrung von S\u00fcd- und Ostbahnhof. Urspr\u00fcnglich geh\u00f6rte es dem S\u00fcdtiroler Michael Seeber, Gr\u00fcnder der Seeste Bau GmbH. F\u00fcr den Freund und mit diesem gemeinsam hatte Renzo Piano 2008 die ersten Entw\u00fcrfe f\u00fcr dieses Projekt entwickelt. Doch Bauplatz, Projekt und Architekt wechselten den Eigent\u00fcmer und wanderten zu Ren\u00e9 Benkos Signa Gruppe. In Abstimmung mit dem neuen Eigent\u00fcmer \u00e4nderte sich 2013\/14 auch die Konfiguration, die B\u00fcros fielen weg, es blieben ein Hotel und Apartments.<\/p>\n<p>EINZELN SCHWEBENDE BAUK\u00d6RPER<br \/>\nNeben den optisch attraktiven Sichtachsen hatten die Architekten auch die negativen Merkmale der Gro\u00dfstadt zu ber\u00fccksichtigen, wie den L\u00e4rm durch Gro\u00dfbahnhof und Arsenalstra\u00dfe. Zusammen mit dem h\u00f6heren Niveau des Bahndamms war klar, dass das Wohnen in den unteren Gescho\u00dfen nicht angenehm gewesen w\u00e4re. Grund f\u00fcr die Entscheidung, die Geb\u00e4ude auf Piloti zu heben. Vom Stra\u00dfenraum aus gesehen werden die einzelnen vertikalen Bauk\u00f6rper erst ab dem 4. bis 6. Obergescho\u00df genutzt. Somit liegen die ersten Fenster auf einer H\u00f6he von neun Metern und damit \u00fcber den Baumkronen des Schweizergartens. Diese L\u00f6sung hat neben dem Fernblick, dem Ausweichen des L\u00e4rms noch einen wesentlichen Vorteil: Im Vorfeld wurde \u00fcberlegt, wie man das Geb\u00e4ude mit der Natur verbinden k\u00f6nnte, eine f\u00fcr Renzo Piano wichtige Komponente. \u00dcberlegungen zu begr\u00fcnten Fassaden oder Dachg\u00e4rten wurden wieder fallen gelassen, zugunsten der Idee, den Schweizer Garten optisch an das Projekt heranzuholen und diesen unter dem Geb\u00e4ude durchzuf\u00fchren und damit einen landschaftsg\u00e4rtnerischen Freiraum zu schaffen, der zugleich das verbindende Element aller Bauk\u00f6rper ist, und die Geb\u00e4ude dar\u00fcber schweben zu lassen. Mit dessen Planung wurden die Landschaftsg\u00e4rtner 3:0 beauftragt.<\/p>\n<p>VARIANTENREICHE WOHNUNGSGRUNDRISSE<br \/>\nIm urspr\u00fcnglichen Masterplan f\u00fcr das langgestreckte Grundst\u00fcck war ein durchgehendes massives Einzelgeb\u00e4ude mit einer langen Front vorgesehen. Dieses wurde zugunsten einzelner, unabh\u00e4ngiger und geschwungener Geb\u00e4udeteile abge\u00e4ndert. Die Vorteile liegen auf der Hand: Man kann unter und zwischen ihnen durchblicken. Eine optimale Konfiguration auch f\u00fcr variable Grundrisse von Wohnungen. Durch die geschwungenen Bauk\u00f6rper wurde deren Au\u00dfenfl\u00e4che vergr\u00f6\u00dfert, womit die Wohnungen nicht nur Ausblick in mehrere Richtungen erhalten, sondern auch Sichtschutz vor den Nachbarn und damit Intimit\u00e4t. In den drei Wohnbl\u00f6cken befinden sich mehr als 60 Wohnungstypen ab einer Gr\u00f6\u00dfe von 46 Quadratmetern, die H\u00e4lfte davon Kleinwohnungen. Sie verteilen sich auch vertikal durch alle Gescho\u00dfe. Raumhohe Fenster verleihen selbst den kleinsten Einheiten eine elegante Gro\u00dfz\u00fcgigkeit, unterst\u00fctzt durch den bewu\u00dften Verzicht auf Br\u00fcstungen. Alle Wohnungen verf\u00fcgen \u00fcber Loggien, Balkone oder Terrassen. Die Fenster kann man aus Sicherheitsgr\u00fcnden nicht \u00f6ffnen, sie verf\u00fcgen aber \u00fcber L\u00fcftungsfl\u00fcgel. Die Klimatisierung erfolgt via Fernw\u00e4rme und Fernk\u00e4lte in Form von Fu\u00dfbodenheizungen und Deckenk\u00fchlungen.<\/p>\n<p>DAS HOTEL<br \/>\nDie Positionierung des Hotels Andaz Vienna Am Belvedere, ein Projekt der SIGNA gemeinsam mit der Hyatt Gruppe, ergab sich einerseits dadurch, dass dieses sinnvollerweise dem Wiener Hauptbahnhof am n\u00e4chsten liegt und sich mit dem gastronomisch genutzten Vorplatz zu diesem \u00f6ffnet, andererseits durch den geplanten zweigescho\u00dfigen Konferenz- und Ballbereich, der sich zur G\u00e4nze unter dem H\u00fcgel des Landschaftsgartens versteckt und zwei Geb\u00e4udeteile verbindet. Dort befinden sich neben dem 2.200 Quadratmeter gro\u00dfen Konferenzbereich und 700 Quadratmeter Ballsaal auch zahlreiche Nebenr\u00e4ume wie Parkgarage, Haustechnik und sogenannte smarte Details, wie E-Tankstellen und Stromanschl\u00fcsse in jedem Kellerabteil sowie Hauswaschsalons.<\/p>\n<p>KONSTRUKTIVE HERAUSFORDERUNGEN<br \/>\nArchitekten und Tragwerksplaner arbeiteten speziell in diesem Bereich sehr eng zusammen, so waren Bollinger + Grohmann Ingenieure von Beginn an bei der Entwicklung dabei. Das B\u00fcro hat bereits mehrere Projekte mit Renzo Piano realisiert. Die freie Gartenlandschaft unter dem Geb\u00e4ude erforderte die Suche nach unkonventionellen herausfordernden L\u00f6sungen. Ausgehend von einer Extremvariante, n\u00e4mlich totaler St\u00fctzenfreiheit, die technisch durchaus m\u00f6glich gewesen w\u00e4re, entschied man sich aufgrund des Bauablaufes und der Kosten f\u00fcr eine L\u00f6sung mit jeweils einem massiven, aber gleichzeitig sehr schlanken Kern-Paar f\u00fcr jedes Geb\u00e4ude, in dem sich die Stiegen und Fahrst\u00fchle befinden. Diese bilden die alleinige Aussteifung f\u00fcr die horizontalen Wind- und Erdbebenlasten. Dadurch gewann man Freiheit nach au\u00dfen zu den d\u00fcnnen bis zu 17 Meter hohen Pilotist\u00fctzen, Schleuderbetonst\u00fctzen aus hochfestem Beton. Sie sind oben und unten gelenkig gelagert und \u00fcbertragen ausschlie\u00dflich Vertikalkr\u00e4fte von oben nach unten. Die vorgefertigten Piloti wurden n\u00e4chtens im Laufe einer Woche von zwei Kr\u00e4nen vor Ort gehievt, dort tempor\u00e4r abgest\u00fctzt und zur G\u00e4nze einger\u00fcstet. Zu jener Zeit war dies das gr\u00f6\u00dfte Ger\u00fcst \u00d6sterreichs. Die S\u00e4ulen enden im unterirdischen verbindenden Gemeinschaftsgescho\u00df der f\u00fcnf autonomen Projektteile. Die Fundierung erfolgt \u00fcber eine Pfahlgr\u00fcndung die nochmals bis zu 22 Meter tief in den Boden ragt, nur in den Kernbereichen ist zus\u00e4tzlich eine verst\u00e4rkte Fundamentplatte mit bis zu 1,60 Meter Dicke vorhanden. Ein faszinierendes Detail ist auch die L\u00f6sung der Fu\u00df- und Kopfpunkte, jener Punkte, wo sich die St\u00fctzen mit dem Geb\u00e4ude verbinden: \u00dcber massive Stahleinbauteile werden die Lasten der wandartigen St\u00fctzen der Wohngescho\u00dfe in die darunter liegenden Au\u00dfenst\u00fctzen konzen\u00adtriert. Durch die gesamte Einr\u00fcstung \u2013 dem S\u00e4ulenwald \u2013 konnte die erste und danach die zweite Ebene geschalt und betoniert werden und sich in der Folge ohne Ger\u00fcst in die H\u00f6he bis ins 19. Obergescho\u00df hinaufschrauben.<\/p>\n<p>DIE FASSADE<br \/>\nF\u00fcr die Fassade w\u00e4hlte man als Material, neben Aluminium und Glas, Keramik, einen noblen, formbaren und dauerhaften Baustoff, der, so Projektleiter Thorsten Sahlmann, den Architekten f\u00fcr den Wohnungsbau und den Stadtraum angemessenes schien und der hier in der N\u00e4he des aus Ziegeln erbauten Arsenals bestens passt. Das leichte helle Grau spielt mit dem Licht, reflektiert und changiert seine Farbigkeit, von grau zu r\u00f6tlich bis ins Bl\u00e4uliche. Die geschlossene Fensterfront der Fassade wird dadurch aufgebrochen und erh\u00e4lt so eine Tiefe, die f\u00fcr die Wohnlichkeit wichtig ist. Die Fassadenfl\u00e4che mit 28.000 Quadratmetern ist eine geh\u00e4ngte Systemfassade und als Elementfassade ausgef\u00fchrt. Sie besteht aus 5.600 Elementen, davon u. a. aus 1.100 3-fach-Isoliergl\u00e4sern, 48.000 Wellblechen und horizontalen und vertikalen Keramikleisten aus 60.000 Einzelsteinen in sechs Gr\u00f6\u00dfen und 562 Keramikecken in 32 unterschiedlichen Graden. Die Elementfassade wurde in nur einem Jahr von Strabag Metallica erstellt. Die Herausforderung lag in den \u00dcberg\u00e4ngen der Elementfassadenteile zu den Portalfassadenteilen der Balkone und Loggien in Hinblick auf die Gew\u00e4hrung der Dichtigkeit. Die Keramikteile wurden in Bayern hergestellt. Die Pfosten-Riegel-Fassade im EG, in den Penthouse-Gescho\u00dfen und den Hotelbr\u00fccken errichtete Alusommer.<br \/>\nRenzo Piano Building Workshop arbeitet auch immer eng und im Austausch mit Partnern zusammen, die mit der lokalen Kultur, den Baugesetzen und Beh\u00f6rden vertraut sind. In diesem Fall mit dem im Wohnbau versierten Wiener B\u00fcro NMPB Architekten, die das Projekt von Anfang an mit gro\u00dfem Einsatz begleitet haben.<\/p>\n<p>https:\/\/www.bauforum.at\/architektur-bauforum\/hoch-ueber-wien-schwebend-171336<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>URBANES WOHNEN DER LUXUSKLASSE &#8211; Erstmals entsteht in Wien ein Projekt des italienischen Architekten Renzo Piano. Die 346 Parkapartments beginnen quasi erst im 4. Stockwerk. Auf Pylonen gestelzt erm\u00f6glichen sie urbanes Wohnen der Luxusklasse mit Fernblicken in alle Himmelsrichtungen. 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