{"id":277,"date":"2018-12-03T12:11:38","date_gmt":"2018-12-03T12:11:38","guid":{"rendered":"http:\/\/groihofer.at\/meinblog\/?p=277"},"modified":"2019-09-29T08:24:43","modified_gmt":"2019-09-29T08:24:43","slug":"treffpunkt-architektur-eine-ikone-der-sechzigerjahre%c2%ad","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/groihofer.at\/meinblog\/2018\/12\/03\/treffpunkt-architektur-eine-ikone-der-sechzigerjahre%c2%ad\/","title":{"rendered":"Treffpunkt Architektur: Eine Ikone der Sechzigerjahre\u00ad"},"content":{"rendered":"<p>Architektur &amp; Bau Forum l\u00e4dt am 8. November gemeinsam mit den Eigent\u00fcmern, Norbert Winkelmayer (Sans Souci Group) &amp; Friedrich Gruber (6B47 Real Estate Investors) zu einer exklusiven Architekturf\u00fchrung in das neue &#8222;PhilsPlace&#8220;.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-278 alignleft\" alt=\"dsc_3587_bearbeitet_0\" src=\"http:\/\/groihofer.at\/meinblog\/files\/2019\/08\/dsc_3587_bearbeitet_0.jpg\" width=\"540\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/groihofer.at\/meinblog\/files\/2019\/08\/dsc_3587_bearbeitet_0.jpg 675w, https:\/\/groihofer.at\/meinblog\/files\/2019\/08\/dsc_3587_bearbeitet_0-300x200.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 540px) 100vw, 540px\" \/><\/p>\n<p><!--more-->Zwischen 1961 und 1967, nach dem Entwurf von Karl Schwanzer errichtet, wurde das einstige Philipshaus zu einem Full-Service-Apartmenthotel umgebaut. Das ehemalige Philips-Haus, als Empfangs-Bauwerk Wiens und Wahrzeichen der Moderne, jedem von der S\u00fcdautobahn einfahrenden Autofahrer bestens vertraut, ist nun unter der Aufsicht des Bundesdenkmalamts restauriert und mit neuer Nutzung er\u00f6ffnet worden.<\/p>\n<p>Das Philips-Haus (1961 Spatenstich, 1963 Dachgleiche und Er\u00f6ffnung 1967) hat im Laufe der Jahrzehnte viele Umbauten und Nutzungen erfahren, zuletzt massiv 1989\/90. Trotz der baulichen Ver\u00e4nderungen relativ gut erhalten wurde der Bau in Teilen unter Denkmalschutz gestellt und behauptet sich stolz, trotz der Umklammerung weit h\u00f6herer naher Neubauten.<\/p>\n<p>Seit 2013 die Philips-Mitarbeiter auszogen, stand das Geb\u00e4ude leer. Umnutzungen sind meist schwierig, da Karl Schwanzer die Konstruktion des Geb\u00e4udes minuti\u00f6s auf die Bed\u00fcrfnisse der Nutzer entwickelt hatte. Die offenen st\u00fctzenfreien Gescho\u00dfe machten eine neue Nutzung m\u00f6glich, und so wagten es die Eigent\u00fcmer 6B47 Real \u00adEstate Investors unter Friedrich Gruber mit der Sans Souci Group unter Norbert Winkelmayer, ein neues Nutzungskonzept zu entwickeln. Unter dem Namen PhilsPlace wurde ein sogenanntes \u201eVertical Village\u201c er\u00f6ffnet mit 135 m\u00f6blierten Full-Service-Apartments in den Obergescho\u00dfen sowie einem kommerziellen Mix in den unteren Etagen (Merkur, Hofer, Fitnesscenter, Bank) und ein das Apartmenthotel erg\u00e4nzendes Restaurant Vapiano, hier in einer exklusiven Variante von Matteo Thun designt. Das Architekturb\u00fcro Josef Weichenberger architects + Partner erhielt den Direktauftrag f\u00fcr die Revitalisierung der zu Recht unter dem wachsamen Blick des Bundesdenkmalamtes stehenden Architekturikone, zugleich eine der ersten Zeugnisse von Corporate Architecture, die das innovative Image des Philips-Konzerns als weithin sichtbare Visitenkarte nach au\u00dfen lange Jahre getragen hat.<\/p>\n<p>Konstruktives<br \/>\nDie 50 Meter hohe und 71 Meter breite Stahlbetonkonstruktion gilt als statische Meisterleistung ihrer Zeit. Der Hochbau sowie der darunter errichtete Sockel als Flachbau stammen von niemand geringerem als dem genialen Ingenieur Robert Krapfenbauer in Zusammenarbeit mit Dyckerhoff &amp; Widmann aus M\u00fcnchen. Ein Gl\u00fcck f\u00fcr die Architekten, dass sich im Keller des Hauses die originalen Statikpl\u00e4ne fanden. Das Philips-Haus ist au\u00dferdem das erste Hochhaus Wiens, bei dem Spannbeton eingesetzt wurde: Konstruktiv bildet es eine Br\u00fccke mit bis an die Grenze ausgereizter Spannweite. Die Stockwerke selbst bilden je zwei 71 Meter lange Gescho\u00dftr\u00e4ger aus Spannbeton, die an beiden Seiten 16 Meter \u00fcber die St\u00fctzen frei auskragen und deren Enden durch 14 Meter lange Quertr\u00e4ger miteinander verbunden sind. Vier Pylonen mit einem Fu\u00dfabdruck von gesamt zirka 16 Quadratmetern und 12 Metern Trakttiefe halten die Konstruktion. Das Untergescho\u00df, die drei Flachbau-Gescho\u00dfe, die neun Regelgescho\u00dfe und das \u00fcber dem Mittelteil thronende Pent\u00adhouse sind wie Regalbretter eingeschoben. Der erst 1969\u20131970 errichtete zweigescho\u00dfige Flachbau steckt wie eine Schublade unter dem Regal. Eine \u2013 f\u00fcr Karl Schwanzer typische \u2013 Kombination aus Schweben und Spannung, aus Hoch- und Flachbau. Urspr\u00fcnglich lag das erste Gescho\u00df zwei Gescho\u00dfh\u00f6hen \u00fcber dem Boden und erf\u00fcllte damit die auf Le Corbusier zur\u00fcckgehende Forderung des schwebenden Abhebens vom Boden. Die im Inneren st\u00fctzenfreie Konstruktion \u2013 und ersten Gro\u00dfraumb\u00fcros in \u00d6sterreich \u2013 vereinfachte nun die Gliederung in Apartments. Das statische System aus den vier Pylonen und zwischengeh\u00e4ngten gescho\u00dfweisen Br\u00fcckentr\u00e4gern ist durch zwei Stahlbetonkerne ausgesteift, die auch die Stiegenh\u00e4user und Lifte enthalten. Diese Erschlie\u00dfungskerne und die Fassade stehen unter Denkmalschutz.<\/p>\n<p>Die Fassade war urspr\u00fcnglich aus Sichtbeton, wurde aber von Schwanzer mit einer Betonbeschichtung aus gebrochenem Wei\u00df \u00fcberzogen, die mit den Fensterb\u00e4ndern aus eloxiertem Aluminium bestens harmoniert. Die Fensterb\u00e4nder wurden demontiert und gem\u00e4\u00df Schwanzers Originalpl\u00e4nen rekonstruiert, allerdings in Form von bauphysikalisch optimierten Faksimiles. Josef Weichenberger \u00adarchitects + Partner haben gef\u00fchlvoll und in enger Abstimmung mit dem BDA renoviert und einige der 1990 beigef\u00fcgten Wunden r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht. So wurde die Aufsch\u00fcttung des Gel\u00e4ndes, das die Sicht auf das EG nahm, wieder r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht, sodass nun die s\u00fcdliche Panoramafensterfront ebenso wie Schwanzers Grundidee des schwebenden Flachbaus wieder zur G\u00e4nze sichtbar sind.<\/p>\n<p>https:\/\/www.bauforum.at\/architektur-bauforum\/treffpunkt-architektur-eine-ikone-der-sechzigerjahre-171849<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Architektur &amp; Bau Forum l\u00e4dt am 8. November gemeinsam mit den Eigent\u00fcmern, Norbert Winkelmayer (Sans Souci Group) &amp; Friedrich Gruber (6B47 Real Estate Investors) zu einer exklusiven Architekturf\u00fchrung in das neue &#8222;PhilsPlace&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/groihofer.at\/meinblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/277"}],"collection":[{"href":"https:\/\/groihofer.at\/meinblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/groihofer.at\/meinblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/groihofer.at\/meinblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/groihofer.at\/meinblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=277"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/groihofer.at\/meinblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/277\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":294,"href":"https:\/\/groihofer.at\/meinblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/277\/revisions\/294"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/groihofer.at\/meinblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=277"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/groihofer.at\/meinblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=277"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/groihofer.at\/meinblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=277"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}